Fulda (Hessen) – Vor genau einer Woche raste Islamist Abdul Ballout (21) beim Christopher Street Day in Berlin mit einem weißen Transporter in eine Menschenmenge. Eine Frau starb, 31 weitere Menschen wurden verletzt. Der Terroranschlag löste im ganzen Land Entsetzen und Trauer aus. Viele solidarisierten sich mit der queeren Szene. Doch ein ehemaliger Priester aus Fulda versteht den Anschlag als „Signal des Himmels“.
Winfried Abel (87), ein in den Ruhestand versetzter Pfarrer aus Fulda (Hessen), schrieb diese unfassbaren Zeilen in einem Leserbrief an die „Fuldaer Zeitung“. Den vom fröhlichen Fest zum Horror gewordenen CSD beschreibt er darin als „Parade der Schamlosigkeit“ und „Verherrlichung der Perversion“.
Schon 2025 bezeichnete der oft in konservativen katholischen Onlinemedien auftretende Geistliche Pride-Paraden als „eine bunte Darbietung von Perversionen, die Verherrlichung geschmackloser Obszönitäten und ein Spektakel des verloren gegangenen Schamgefühls“.
Priester empört über Mitgefühl des Berliner Bischofs
In seinem Brief zur „Parade der halbnackten Leiber“, wie er den CSD nennt, überschritt der katholische Geistliche nun eine Grenze. Zunächst ledert er gegen die öffentliche Anteilnahme des Berliner Erzbischofs Heiner Koch (72), der den CSD als „ein so frohes und bewegendes Fest“ bezeichnete: „Ein katholischer Bischof nennt also die Parade der Schamlosigkeit und die zur Schau gestellte Verherrlichung der Perversion ein ‚frohes und bewegendes Fest‘?!“ Zwar verurteilt er dann den Anschlag pflichtschuldig als „Gräueltat“, nennt ihn aber ein „Signal des Himmels“. Er sei als „Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr“ zu verstehen.
Tobias Farnung (45), Chefredakteur der Fuldaer Zeitung, die den Brief veröffentlichte, ordnet ein: „Den Opfern wird damit nachträglich ihre Würde genommen: Ihr Leid erscheint plötzlich nicht mehr als Ergebnis menschenverachtender Gewalt, sondern als vermeintlich verdiente Warnung von oben.“
Auch das Bistum Fulda distanziert sich von seinem ehemaligen Pfarrer. „Insbesondere jede Deutung eines terroristischen Anschlags als Ausdruck eines göttlichen Handelns weisen wir entschieden zurück. Es kann und darf nicht hingenommen werden, dass in unserem Land Menschen sich aufgrund ihrer sexuellen Identität als existenziell bedroht erleben“, schreibt das Bistum in einer Stellungnahme.