Tot geglaubt, dann siebenmal zugeschlagen! Eine Woche nach dem bitteren 0:3-Debakel im Hinspiel in Georgien hat der litauische Rekordmeister Zalgiris Vilnius in der Qualifikation zur Conference League ein echtes Fußball-Wunder vollbracht. Vor heimischer Kulisse fegte Vilnius den Gast mit 7:2 vom Platz und drehte damit den Drei-Tore-Rückstand aus dem ersten Duell tatsächlich noch in einen sensationellen 7:5-Gesamtsieg.
Vor dem Anpfiff hatte kaum noch jemand an ein Weiterkommen der Litauer geglaubt. Im Hinspiel war Dinamo klar überlegen gewesen, gewann souverän mit 3:0 und hatte sich eine perfekte Ausgangslage geschaffen. Besonders im Fokus stand auch Tornike Kvaratskhelia (16), der kleine Bruder von PSG-Superstar Khvicha Kvaratskhelia. Das Offensiv-Juwel überzeugte bei seinem Startelf-Debüt im Hinspiel mit mutigen Dribblings und sorgte dafür, dass viele Beobachter sofort Vergleiche zu seinem berühmten Bruder zogen. Doch im Rückspiel erlebte der georgische Traditionsklub einen Albtraum.
Dabei geriet die Partie nicht direkt völlig außer Kontrolle. Nach der frühen Führung von Zalgiris (25.) konnte Dinamo zwischenzeitlich zum 1:1 ausgleichen (40.). Doch dann begann die große Aufholjagd. Angetrieben von den frenetischen Fans im Liepkalnis-Stadion stürmten die Gastgeber unaufhaltsam nach vorne.
Vier Tore in den letzten 20 Minuten
Nikola Petkovic brachte Vilnius erneut in Führung (59.), Bryan Teixeira erhöhte auf 3:1 (61.). Nachdem Dinamo noch einmal auf 2:3 verkürzen konnte (72.), brachen bei den Gästen endgültig alle Dämme. Petkovic traf erneut (73.), Stanislav Bilenky erzielte das wichtige 5:2 und stellte damit den Gleichstand im Gesamtduell her (82.). Die Entscheidung folgte kurz vor Schluss: Nemanja Mihajlovic jagte den Ball mit einem Traumschuss zum 6:2 ins Netz und ließ das Stadion beben (88.). In der Nachspielzeit setzte Bilenky mit seinem dritten Treffer des Abends den Schlusspunkt zum unglaublichen 7:2 (90.).
Der Jubel in Vilnius kannte keine Grenzen mehr. Aus einem scheinbar aussichtslosen 0:3 wurde innerhalb von 90 Minuten ein 7:5-Gesamtsieg. Die Litauer stehen damit in der dritten Qualifikationsrunde der Conference League und haben sich bereits eine Uefa-Prämie von mehr als einer Million Euro gesichert. Für Dinamo Tiflis und Kvaratskhelia-Bruder Tornike endet die Europareise dagegen auf brutalste Weise.