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Deepfake: Rentner fälschte Pornofilme mit Kronprinzessin Amalia

Deepfake: Rentner fälschte Pornofilme mit Kronprinzessin Amalia
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Den Haag (Niederlande) – Es ist ein schockierender Fall: Zahlreiche prominente Frauen aus den Niederlanden sind Opfer eines Cyberkriminellen geworden. Ein Rentner (74) soll gefälschte Pornofilme mit den Gesichtern von rund 60 Frauen, darunter auch Kronprinzessin Amalia, angefertigt und im Internet veröffentlicht haben. Die niederländische Staatsanwaltschaft (Openbaar Ministerie) hat Anklage gegen den Mann aus Nordholland erhoben.

Bekannt wurde der Fall durch eine Recherche der Zeitung „AD“. Die Journalisten enthüllten, dass der Rentner hinter einem Großteil der niederländischen Inhalte auf der Plattform „MrDeepFakes“ steckte. Zu seinen Opfern gehören neben Prinzessin Amalia auch Moderatorinnen wie Hélène Hendriks, die ehemalige Polizeisprecherin Ellie Lust sowie weitere Prominente und Politiker.

Hunderttausende Views

Bei einer Razzia sicherte die Polizei etliche Computer und Datenträger. Mehr als 60 prominente Frauen sollen betroffen sein, berichtet „AD“. In anderen niederländischen Medien heißt es, es seien sogar rund 80 Frauen in den sichergestellten Videos zu sehen. Die veröffentlichten Videos wurden Hunderttausende Male angesehen. Es handelt sich um sogenannte Deepfakes – täuschend echte Videos, Bilder oder Audios, die mithilfe von künstlicher Intelligenz erzeugt oder manipuliert wurden.

Die Moderatorin Sylvana IJsselmuiden, die selbst Opfer der gefälschten Videos wurde, sagte „AD“: „Ich finde es sehr gut, dass dieser Fall nun vor Gericht geht. Ich habe selbst erlebt, welche Auswirkungen diese Art von gefälschten Bildern haben kann. Dank der künstlichen Intelligenz wird es immer schwieriger, zwischen echten und gefälschten Bildern zu unterscheiden, von Betrug bis hin zu Deepfakes“, so IJsselmuiden.

Den Berichten zufolge war David D. (37) der Drahtzieher hinter der Plattform. Diese wurde inzwischen auf Druck der niederländischen Behörden vom Netz genommen. Zuvor warnte er niederländische Nutzer in seinem Forum davor, weitere Inhalte hochzuladen, berichtet „AD“. Seine Begründung: „Weil die holländische Presse hinter uns her ist“, soll er geschrieben haben.

Drahtzieher nicht im Fokus der Ermittler

Gegen den Kanadier wird aber nicht ermittelt. Denn: Was er getan hat, war in Kanada zu diesem Zeitpunkt nicht strafbar. Durch die öffentliche Aufmerksamkeit verlor er aber seinen Job als Apotheker in einem Krankenhaus in Toronto. Anders ergeht es dem Rentner aus Nordholland. Er muss vor Gericht. Ihm drohen laut „NU“ bis zu zwei Jahre Haft.

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