Jeju (Südkorea) – Klare Ansage an die Bundesliga! Rouven Kasper (44), der Marketing-Vorstand des FC Bayern, fordert deutsche Fußballvereine dazu auf, in der Sommerpause in außereuropäische Kontinente zu reisen. Mit der diesjährigen Bilanz der Bundesliga-Auslandsvermarktung ist der Bayern-Boss höchst unzufrieden.
Auf BILD-Nachfrage erklärte Kasper zum Start der Asien-Tour des deutschen Rekordmeisters auf der südkoreanischen Insel Jeju: „Es würde mich sehr freuen, das ist absolut notwendig und das ist der klare Appell, dass mehr Bundesliga-Klubs ins Ausland reisen. Es muss gar nicht Asien sein. Aber wir müssen uns alle gemeinsam die Märkte aufteilen, dynamischer sein. Wir haben in diesem Sommer nur zwei Klubs, die reisen. Das sind Dortmund und Bayern, das ist nicht ansatzweise ausreichend.“
Kasper: „Müssen uns selbst in den Hintern treten!“
Kaspers Sorge: Durch die geringe Reisebereitschaft leide der Stellenwert der Bundesliga im Ausland. Im Vergleich mit der englischen Premier League und der spanischen La Liga werde das deutsche Fußball-Oberhaus im Hinblick auf Vermarktungs-Einnahmen zudem deutlich abgehängt.
Der Marketing-Experte kritisiert: „Wenn wir in die Premier League schauen: Die reisen zu neunt! Und dann beschweren wir uns, dass die Einnahmen nicht hochgehen. Da brauchen wir uns nicht zu beschweren. Sondern wir müssen uns selbst in den Hintern treten und schauen, dass wir aktiver sind. Bayern alleine schafft das nicht. Wir sind eine Liga und da muss der Ligaverbund stärker zusammenarbeiten.“
Der Marketing-Vorstand der Münchner gilt als echter Asien-Kenner. Zwischen 2016 und 2021 leitete Kasper das Bayern-Büro in Shanghai, verantwortete als „President Asia“ aus China heraus sämtliche Aktivitäten des Deutschen Meisters in der Asien-Pazifik-Region.
Kasper: „Asien ist ein extrem euphorischer Markt!“
Auf BILD-Nachfrage erklärt Kapser: „Asien ist ein extrem euphorischer Markt. Das haben wir am Flughafen schon gesehen. Die Menschen konsumieren uns, sie stehen mitten in der Nacht auf und schauen die Champions-League-Spiele an. Der asiatische Markt ist extrem dynamisch. Hier gibt es große Menschenmengen, die wir bespielen können. Es gibt auch wirtschaftliches Wachstum. Hier kommen einfach viele Aspekte zusammen, die enormes Potenzial versprechen.“
Und weiter: „Das erste Mal habe ich es 2017 erlebt, als ich das Asien-Büro des FC Bayern eröffnen und die Tour organisieren durfte. Da waren tausende Fans am Flughafen. Wir haben auch um halb vier nachts Public Viewings organisiert, wo in einer Halle 2000 Menschen mit dir gemeinsam bayerische, deutsche Lieder singen. Das ist eine ganz euphorische Fan-Crowd. Da gilt es, ihnen Respekt zurückzugeben. Die wollen auch Bayern München sein.“
In seiner Funktion als Marketing-Chef des VfB Stuttgart organisierte Kasper im Sommer 2024 schon die Japan-Reise des damaligen Vizemeisters. In der darauffolgenden Saison holte Stuttgart mit dem DFB-Pokalsieg den ersten Titel seit 17 Jahren. Mit den Bayern möchte Kasper, der im Januar nach München zurückkehrte, in der kommenden Spielzeit im besten Fall sicherlich mehr als einen Titel feiern.