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Handys, Waffen, Nazi-Anstecker: Ehemaliger Profisurfer fischt Schätze aus dem Eisbach

Handys, Waffen, Nazi-Anstecker: Ehemaliger Profisurfer fischt Schätze aus dem Eisbach
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München – Der Eisbach verschluckt so ziemlich alles: Eheringe, iPhones, Pistolen, Schmuckstücke. Zum Glück gibt es Tao Schirrmacher (43). Der Ex-Profisurfer tauchte in dem Münchner Gewässer zuerst nur nach verlorenen Flossen von Surfbrettern (Finnen). Inzwischen zieht er seit mehr als 20 Jahren alles aus Deutschlands berühmtestem Bach, was andere versenken.

Die Ausstellung „Eisbach Treasures“ im „Haus der Kunst“ zeigt seine beeindruckendsten Funde. „Für mich ist die Ausstellung ein Ritterschlag“, sagt der Surfer, der an der Eisbach-Welle eine Legende ist. Dreimal war der Industriedesigner Europameister auf stehenden Wellen.

Eisbach-Surfer taucht seit 20 Jahren

Seit zwei Jahrzehnten fasziniert ihn vor allem auch das, was unter den Fluten liegt. Sonnenbrillen, Schmuck, wertvolle Ringe, teure Uhren, Mobiltelefone, Kameras, Geldbeutel.

Inzwischen hat der Surfer ein Archiv von Tausenden von Stücken. Seine kuriosesten Funde: Pistolen, Munition, Sexspielzeuge wie Analplugs oder Vibratoren und Hakenkreuz-Plaketten.

Taucher fand Waffen, Sexspielzeug, Schmuck, Handys

„Das, was die Menschen verlieren, zeigt auch, wie sich die Gesellschaft verändert hat“, sagt der Taucher. Vom Klapp-Handy zum Smartphone. Von der Videokassette zu Bluetooth-Kopfhörern und Mini-Kameras.

Das Schönste für Schirrmacher sei es, wenn er die Stücke mit ihren Eigentümern vereinen kann. „Jedes Teil hat eine Geschichte, für die Menschen manchmal auch einen hohen emotionalen Wert.“

Über 100 Smartphones wieder mit Besitzer vereint

Schirrmacher habe schon weit über 100 Smartphones aus dem Bach gefischt und den Besitzern zurückgegeben: „Die Freude bei den Leuten ist extrem.“

So wie bei Amadeus M. (29), der im Juni nach der Arbeit zur Abkühlung in den Eisbach hüpfte. Er verlor ausgerechnet am Hochzeitstag den Ehering! Doch die Krise blieb aus, Taucher Tao sei Dank.

„Ich habe sofort bemerkt, dass der Ring weg war“, erinnert sich IT-Fachmann Amadeus M. Die Bestürzung bei ihm und seiner Frau (29), mit der er seit drei Jahren verheiratet ist, war groß. Das Paar kontaktierte Tao, der ihn drei Tage später unter einem Stein fand.

Amadeus konnte es kaum fassen. „Das Original hat eine große Bedeutung für uns.“ Den Ring trägt er wieder stolz am Finger. Wenn er in den Eisbach hüpft, lässt er ihn zu Hause.

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