Mal ist es nur ein Zucken der Mundwinkel, mal zeigt man Zähne. Und es tut uns so gut, dass es gleich an zwei Tagen im Jahr gefeiert wird: Lachen! Am ersten Sonntag im Mai mit dem Weltlachtag und am 2. Oktober mit dem Tag des Lächelns.
Denn Lächeln ist eine völlig harmlose und legale Droge: Forscher gehen davon aus, dass es im Gehirn die Produktion von Endorphinen anregt, die Schmerzen lindern, Stress abbauen und Glücksgefühle auslösen. BILD fragte 21 Menschen: Wer oder was bringt Sie zum Lächeln?
Marina musste beim Heiratsantrag lachen
Geograf Ralph Reber (45) aus Hanau brachte seine Frau Marina (43) selbst in einem der wichtigsten Momente ihres Lebens zum Lachen: „Ich musste beim Heiratsantrag lachen: Ralph hat mir morgens um 3.30 Uhr vor dem Frühdienst ein Päckchen mit einzelnen Nudeln aus einer Buchstabensuppe hingelegt. Die hab’ ich mit ner Pinzette zusammengesetzt. Dabei kam DIE Frage raus. Ich hab’ sofort Ja gesagt!“
„Am Marktstand, da gibt es immer was zu lachen“
Alban Rexha (42), Obst- und Gemüsehändler aus Erlensee (Hessen), strahlt bei der Arbeit: „Am meisten lache ich mit meinen Kunden auf dem Wochenmarkt in Hanau. In der Gesellschaft ist die Stimmung ja politisch gerade total schlecht, das zieht schon genug runter. Aber bei den wahren Gesprächen mit den echten Menschen am Marktstand, da gibt es immer was zu lachen. Das ist das echte, schöne Leben. Hier haben wir wirklich Spaß.“
Wenn alle Kinder satt und friedlich sind, lacht Miriam
Erzieherin Miriam Leonie (43) aus Mühlheim am Main kümmert sich in einer Krippe täglich um 12 Kinder: „Es ist manchmal schon schwierig, alle unter einen Hut zu kriegen. Einer hat immer Hunger und ein anderer genau dann Windel voll. Aber die paar Minuten am Tag, in denen tatsächlich alle satt und sauber sind und friedlich miteinander spielen, sind großartig. Dann lache ich meistens und freue mich.“
„Am liebsten bringe ich andere zum Lachen“
Lachen liegt bei Kameramann Yaron Binz (24) aus Hannover in der Familie: „Wenn wir zusammenkommen, sind wir immer am Lachen. Damit läuft es auch viel einfacher im Leben und viele Probleme sind mit einem Lächeln gar nicht mehr so groß. Dabei sind es gar nicht spezielle Witze, über die ich lache. Es ist eher Situationskomik, über die ich auch mit Freunden kichere. Aber am allerliebsten bringe ich andere zum Lachen.“
Jessy lacht gerne über sich selbst
Medizinstudentin Jessy Fröhlich (21) aus München lässt sich die Laune beim Kurzbesuch in Hamburg auch vom Schmuddelwetter nicht verderben: „Ich lache wirklich gerne und viel, weil ich viele tolle und humorvolle Menschen um mich habe. Ich lache mit Freunden, aber ich lache auch gerne über mich.“
„Lachen kann eine positive Kettenreaktion auslösen“
Ali Faour (34) hat bei der Arbeit fast immer ein Grinsen im Gesicht. Denn Alster-Kapitän ist sein Traumberuf: „Wir haben gerade so viele Krisen. Umso wichtiger ist es, dass man positiv bleibt. Lachen kann eine positive Kettenreaktion auslösen. Deshalb: Immer gut drauf bleiben und lächeln. Damit begrüße ich jeden an Bord.“
Mahnuman hat ein Lächel-Mantra
IT-Systemingenieur Mahnuman (46) aus Berlin preist am Alexanderplatz stundenlang lächelnd mit dem Mantra „Hare Krishna, Hare Rama“ hinduistische Gottheiten: „Hauptsächlich arbeite ich und gehe dann abends raus und singe diese Wörter. Die Freuden des Äußeren sind vergänglich, die Freude des Spirituellen ist immerwährend. Materielle Freude gibt Genuss, aber richtige Zufriedenheit kommt mit der Beziehung zu Gott.“
„Wenn ich am Herd stehe, ist das für mich Freude“
Koch und Pizzeria-Wirt Dimi (31) aus Witten (Nordrhein-Westfalen): „Am liebsten lache ich mit meinen Kindern, dann bin ich am glücklichsten. Und wenn ich in meinem Restaurant am Herd stehe und koche, ist das für mich auch Freude. Und wenn ich mich freue, lache ich ganz automatisch.“
Ihr Lächeln brachte Yu die Liebe
Musikstudentin Yu Xiaoyne (19) kommt aus China und lebt in Kassel, kennt die Lächeln-Unterschiede: „Bei uns lacht man vielleicht nicht so lauthals wie in Deutschland. Wir lächeln dezent, aber genauso herzlich. So habe ich auch meinen Freund Shiyou kennengelernt. Ich habe ihn angelächelt und jetzt sind wir seit einem Jahr ein Paar.“
„Reißverschluss brachte uns heute zum Lachen“
Gesundheitscoachin My Dreyer (47) ist mit Tochter Helena (12) auf Shoppingtour in Hannover: „Da hatten wir schon einiges zu lachen. Zum Beispiel, als Helena einen Jumpsuit anprobierte und feststellte, dass der Reißverschluss fehlte. Aber auch sonst sind wir eine fröhliche Familie. Abends spielen wir gerne Gesellschaftsspiele. Und sind dabei fast immer am Lachen.“
Ihr Lächeln hält Marion jung
Rentnerin Marion Bischoff (70) aus Minden (NRW): „Ich lache eigentlich immer. Selbst wenn ich mich über etwas ärgere, schüttele ich innerlich den Kopf und lächle. Das habe ich wohl von meiner Mutter geerbt. Die ist inzwischen 92 und begrüßt mich immer mit einem Lächeln. Das hält jung.“
Sein Baby lässt Jannick strahlen
Musik und ein Baby schieben die Mundwinkel von Pflege-Azubi Jannick Lenz (23) aus Limburg (Hessen) garantiert nach oben: „Am liebsten drehe ich im Auto oder im Park auf und singe mit. Egal, was die anderen denken.“ Noch mehr strahlt er, wenn seine vier Wochen alte Tochter aufhört zu weinen, sobald er sie auf den Arm nimmt: „Das macht mich glücklicher als alles andere.“
„Magic bringt mich jeden Tag zum Lachen“
Krankenpfleger Felix (42) aus Holzminden verdankt sein schönstes Lachen vor allem einem: Yorkshire-Terrier Magic (8). „Wenn der mich morgens begrüßt oder sich auf den Rücken schmeißt, sind alle schlechten Gedanken sofort vergessen.“ Das war nicht immer so. Felix litt unter Depressionen. Dank seiner Frau, einer Therapie und Magic besiegte er sie. Der Hund war oft der Grund, morgens überhaupt aufzustehen und weiterzumachen.
Eileen bastelt sich ihr Lächeln
BWL-Studentin Eileen Golla (23) aus Limburg (Hessen) braucht keinen besonderen Anlass zum Lächeln. „Ich bin eigentlich immer nur am Lachen. Da muss schon einiges passieren, dass ich mal schlechte Laune habe“, sagt sie. Das liege auch an ihrer Familie: „Bei uns ist es immer laut, es wird viel gelacht. Das geht durch alle Generationen.“ Zum Strahlen bringen die Hessin vor allem Malen, Basteln und Meditieren. „Das kann ich nur empfehlen.“
„Die Arbeit macht uns so viel Spaß!“
Andreas (45) und Doreen (52) sind IT-Spezialisten und lachen seit Jahren fast ständig: „Die Arbeit macht uns so viel Spaß! Viele mögen ihren Job nicht, bei uns ist das anders“, sagt Doreen. Außerdem kommen sie gerade von einem Kundentermin in Hamburg, der besonders gut lief: „Da kommen das Lachen und die Freude ganz von allein“, sagt Andreas.
„Lächeln ist eine Sprache, die jeder versteht“
Chrissi und Romina sind beide 32, Freundinnen und strahlen auf dem Oktoberfest mit der Sonne um die Wette: „Wir lachen viel zusammen und auch mal über uns selbst. Genau das macht unsere Freundschaft so schön. Lächeln ist das Allerwichtigste im Leben, eine Sprache, die jeder versteht. Wir lächeln jeden Tag, und das macht das Leben einfach viel schöner.“
„Ich lach’ über die Strohrechnung für meine 35 Pferde“
Lukas Zunterer hat 35 Gründe, jeden Tag gute Laune zu haben: seine Kaltblüter. „Sie bereiten mir viel Freude. Wer nicht mehr lacht, verliert den Spaß am Leben. Deshalb lach’ ich sogar, wenn die Strohrechnung kommt“, sagt der Landwirt. Und wenn die Rösser das Paulaner-Gespann über die Wiesn ziehen, kommt er aus dem Grinsen eh nicht mehr raus.
Lachen ist die beste Medizin
Jenny Voigt (42) und Robert Wischeropp (45) sind überzeugt: „Humor ist die beste Medizin.“ Als ehrenamtliche Klinikclowns Alma und Hanno sind die beiden Magdeburger in den Krankenhäusern der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt unterwegs. „Lachen schenkt Kindern und ihren Familien einen Moment, in dem die Krankheit nicht im Mittelpunkt steht“, sagt Jenny Voigt. „Und wenn die Kinder das Krankenhaus um sich herum vergessen und befreit lachen, dann steckt das an – und wir lachen von Herzen mit.“
Lachen ist die einfachste Gesundheitsübung
Für Lach-Yoga-Trainerin Luise Pillinger (46) aus Magdeburg ist: „Lachen ist die einfachste Gesundheitsübung der Welt – und die einzige, die sofort gute Laune macht.“ Ihr Credo: „Wer lacht, tankt Glückshormone – ganz ohne Rezept.“ Ihr schönstes Erlebnis: „Ich habe mit einer Selbsthilfegruppe mein Lach-Yoga-Training absolviert. Danach sagten mir Teilnehmer: ,Wir kennen uns nur mit traurigen Gesichtern. Das war das erste Mal, dass wir uns mit einem Lächeln im Gesicht gesehen haben‘.“ Und worüber lacht die Expertin? „Wenn ich meine Jungs morgens gut gelaunt zur Schule gehen sehe.“