Berlin – Es ist eines der berühmtesten Luxushotels Deutschlands, direkt gegenüber dem Brandenburger Tor. Jetzt soll das Hotel Adlon verkauft werden. Der Mindestpreis für die geschichtsträchtige Immobilie: 280 Millionen Euro.
Darüber stimmen derzeit die mehr als 4000 Anleger des Fundus-Fonds 31 ab, dem das Gebäude gehört. Das berichtet die „Immobilien Zeitung“. Die Abstimmung läuft seit Ende Juli und dauert vier Wochen. Für den Verkauf müssen 75 Prozent der abgegebenen Stimmen zusammenkommen. Bei Zustimmung soll danach ein internationales Bieterverfahren starten.
Darum soll das Adlon verkauft werden
Viele der mehr als 4000 überwiegend privaten Anleger sind seit fast 30 Jahren an dem Fonds beteiligt. Ein Großteil sei inzwischen in einem Alter, in dem er sich von seinen Anteilen trennen wolle, erklärte die Fondsgesellschaft gegenüber BILD. Mit dem Verkauf wolle man diesem Wunsch nachkommen und zugleich den höchstmöglichen Preis erzielen. Konkrete Liquiditätsengpässe gebe es nicht. Die Fondsgesellschaft könne den Verkauf „frei und aus eigenen Stücken“ angehen.
Zum Verkauf steht die Adlon-Immobilie, nicht der laufende Hotelbetrieb. Kempinski bleibt Betreiber des Luxushotels und führt das Haus weiter. Der Pachtvertrag läuft bis Ende 2032. Für Gäste, Beschäftigte und Geschäftspartner ändert sich durch einen Eigentümerwechsel deshalb vorerst nichts.
Hier steigen Könige und Weltstars ab
Das heutige Adlon wurde 1997 eröffnet. Das Hotel verfügt über 307 Zimmer und 78 Suiten. Seit seiner Eröffnung steigen dort Staatschefs, Mitglieder von Königshäusern und Weltstars ab. Für einen der bekanntesten Momente sorgte Michael Jackson: Der Sänger hielt 2002 seinen kleinen Sohn aus einem geöffneten Hotelfenster. Die Bilder gingen um die Welt.
Das ursprüngliche Adlon war bereits 1907 eröffnet worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel schwer beschädigt und brannte 1945 bis auf einen Seitenflügel aus. Der verbliebene Rest wurde 1984 abgerissen, nach der Wiedervereinigung entstand der heutige Neubau.