Landsberg (Sachsen-Anhalt) – Der Belegschaft des insolventen Haushaltsdiscounters Mäc-Geiz wurde am Montag die nächste Hiobsbotschaft serviert. Das Unternehmen steht vor einem heftigen Kahlschlag. Rund 50 Filialen müssen dichtmachen. Welche Standorte genau betroffen sind, steht noch nicht fest. Erst im Herbst soll es Klarheit über die künftige Struktur geben.
Im Mai hatte Mäc-Geiz beim Amtsgericht in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) einen Insolvenzantrag gestellt. Am 1. August eröffnete das Gericht planmäßig ein Eigenverwaltungsverfahren. Als Sachwalter wurde Sanierungsexperte Lucas Flöther bestellt. Er überwacht das Verfahren im Auftrag des Gerichts und im Interesse der Gläubiger.
Das Unternehmen trennt sich von Mitarbeitern
Das wirtschaftliche Umfeld im Einzelhandel sei „anspruchsvoll und die Sanierung mit erheblichen Herausforderungen verbunden“, erklärte der Discounter in einer Mitteilung. Seit dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren hat sich Mäc-Geiz bereits von 66 Mitarbeitern aus den Bereichen Vertrieb, Logistik und dem Dienstleistungszentrum bei der Mäc-Geiz Handelsgesellschaft getrennt. Zusätzlich mussten fünf Beschäftigte bei der MTH Retail Services gehen.
Der Insolvenzgeldzeitraum ist beendet – ab sofort zahlt das Unternehmen die Löhne und Gehälter wieder selbst. Aktuell würden bereits Gespräche mit den Vermietern der Filialen laufen. Die Kette geht davon aus, dass etwa 50 der 183 Standorte geschlossen werden müssen. So soll sie wieder wettbewerbsfähig werden.
Steigende Kosten, weniger Nachfrage
Als Gründe für die wirtschaftliche Situation nennt der Discounter unter anderem eine zurückhaltende Konsumnachfrage, steigende Lebenshaltungskosten, hohe Energie- und Lohnnebenkosten sowie den starken Wettbewerb im Einzelhandel durch digitale Händler.
Aktuell beschäftigt Mäc-Geiz nach eigenen Angaben 1175 Mitarbeiter und betreibt bundesweit rund 183 Filialen – vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin. Der Non-Food-Discounter wurde im Februar von Konkurrent Kodi übernommen. Auch Kodi befindet sich inzwischen erneut in einem Insolvenzverfahren.