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Israel-Premier rechnet bei UN-Rede mit Kritikern ab: Völkermord? „Die größte Lüge des Jahrhunderts!“

Israel-Premier rechnet bei UN-Rede mit Kritikern ab: Völkermord? „Die größte Lüge des Jahrhunderts!“
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New York – Die größte Diplomatie-Woche des Jahres zur 81. UN-Vollversammlung ist am New Yorker East River in vollem Schwung. Am Rednerpult jetzt: Benjamin „Bibi“ Netanjahu (76), der nach US-Präsident Donald Trump (80) und Irans Staatschef Masoud Pezeshkian (71) eine der wichtigsten Ansprachen vor der Weltaudienz lieferte. Israels Premierminister startete vor allem einen rhetorischen Frontalangriff auf das Mullah-Regime in Teheran und rechtfertigte den Krieg in Gaza.

Israel und die USA hätten gemeinsam gehandelt, rechtfertigte er den Iran-Krieg, „nicht nur, um uns selbst zu schützen, sondern um die Zivilisation zu retten“. Er bedankte sich ausdrücklich bei Trump als „besten Partner beim Kampf gegen die Barbaren“. Netanjahu verteidigte Israels Kriege dramatisch: „Wenn wir es nicht getan hätten, wären wir alle tot!“

Abrechnung mit New Yorks Bürgermeister

Er sprach aber auch von einem „Krieg um die Wahrheit“ in Medien und im Netz. Israel werde dort systematisch mit Lügen überzogen. Besonders scharf wies er den Vorwurf eines Völkermords in Gaza zurück: „Die Behauptung, Israel begehe Völkermord, ist die größte Lüge des Jahrhunderts.“ Israel habe Zivilisten vor Angriffen gewarnt, sie evakuieren lassen, Hilfsgüter zugelassen und Impfungen ermöglicht.

Persönlich attackierte er New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani (34). Er warf ihm vor, Israel wiederholt des Völkermords zu beschuldigen und versucht zu haben, seine Rede in New York mit Verhaftungsdrohungen zu vereiteln: Er könne ihn und die Wahrheit „nicht zum Schweigen bringen“, donnerte Netanjahu. Zum Finale der fulminanten Abrechnung mit seinen Kritikern rund um die Welt kehrte er zu Teheran zurück: Die iranische Führung habe vor allem Angst vor dem eigenen Volk: „Eines Tages – und vielleicht ist dieser Tag nicht mehr weit entfernt – wird das iranische Volk frei sein.“

Die Rede war überschattet von Protesten vor dem UN-Hauptquartier – und im Plenum, als zahlreiche Delegierte, teilweise mit Gesängen und mit Schmährufen, den Saal verließen. Netanjahu begann seine Rede daher: „Sollten sich noch mehr moralische Feiglinge im Saal befinden, bitte suchen sie den Ausgang …“ Mamdani hatte offen zu Kundgebungen gegen den Bibi-Besuch aufgerufen und sogar dessen Verhaftung verlangt. Die New Yorker Polizei musste Demonstranten – darunter auch jüdische Netanjahu-Gegner wie die Schauspielerinnen Susan Sarandon („Thelma und Louise“) und Cythia Nixon („Sex and the City“) – zurückdrängen.

Netanjahu: Kein Treffen mit Trump in UN-Woche

Auffällig aber: Netanjahu wirkte auf der Weltbühne isolierter. Es gab diesmal nicht einmal ein Treffen mit Trump, seinem sonst eisernsten Unterstützer. Er hatte seinen Aufenthalt in New York auch dramatisch verkürzt und reist direkt nach der UN-Rede ab.

Einmal ließ er nach UN-Rede Terrorführer töten

Netanjahu liefert gerne „Überraschungen“ und Einlagen, diesmal hinterließ er ein Starlink-Terminal als Symbol eines zensurfreien Internets für den Iran und einen Pager – in Erinnerung an den Überraschungsangriff auf die Hisbollah vor zwei Jahren, als die Textnachrichten-Geräte der Terror-Kämpfer alle gleichzeitig in ihren Hosentaschen explodierten.

Wie so eine Überraschung aussehen kann, musste auch Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah (†64) erfahren. Nur Stunden nach einer früheren UN-Ansprache 2024 jagte die israelische Luftwaffe das Hauptquartier der Terrororganisation in die Luft und tötete den Terrorführer. Netanjahu war zuvor in einem New Yorker Hotel fotografiert worden, als er den Angriffsbefehl gab – seine UN-Rede galt als Ablenkungsmanöver: Niemand hatte damit gerechnet, dass Israel während einer Auslandsreise des Regierungschefs einen solch bedeutenden Angriff wagen würde.

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