München – Erstes Spiel, erster Sieg für Jürgen Klopp (59) als Bundestrainer! Doch der Erfolg kommt ausgerechnet ohne Kapitän Joshua Kimmich (31). Im Mittelfeldzentrum überzeugen Tom Bischof (21) und Aleksander Pavlovic (22), davor blüht Florian Wirtz (23) auf. Das Trio zauberte beim überzeugenden 2:0-Erfolg über Serbien vor den Augen von Kapitän Joshua Kimmich (31), der das Spiel aufgrund der Klopp-Rotation von der Tribüne aus verfolgte.
Dabei wäre Kimmich gerne dabei gewesen. Klopp wollte seine Elf auch mal ohne den Bayern-Star sehen. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wehrt sich der Bundestrainer proaktiv gegen eine Diskussion, die er kommen sieht.
Alles beginnt mit dieser Frage an Klopp: „Inwiefern hat es Flo Wirtz das heute leichter gemacht, mit Pavlovic und Bischof zusammenzuspielen, und kommt das Zusammenspiel Ihrem Ideal schon sehr nahe?“
Jürgen Klopp wehrt sich gegen Kimmich-Diskussion
Klopp gefällt diese Frage nicht, er antwortet ausführlich: „Es ist so ein schöner Abend. Und ohne es anzusprechen, wollt ihr ein Thema aufmachen, das kein Thema ist. Flo Wirtz braucht nicht bestimmte Spieler, die mit ihm zusammenspielen. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat zu Flo Wirtz gepasst. Aber jetzt daraus zu machen, dass er nur mit Pavlovic … – vielleicht war das nicht die Frage gewesen.“
Der Journalist versucht, seine Frage zu präzisieren, doch Klopp bleibt bei seiner Deutung. Es entwickelt sich ein kleiner Wortwechsel.
Journalist: „Ich wollte andersherum raus. Ich wollte darauf hinaus: Hilft Pavlovic Flo Wirtz in besonderer Weise mit seinem Spiel? Ich wollte nicht auf Flo Wirtz hinaus, sondern auf Pavlovic und Bischof.“
Klopp: „Und am Ende wird es eine Jo-Kimmich-Geschichte. Das kriegt ihr ja hin. Pavlovic, Bischof, Wirtz, hat super funktioniert ...“
Journalist: „Das kommt auf Sie an. Ich habe den Namen nicht genannt.“
Klopp schließt das Thema mit einem klaren Statement ab: „Da kann ich leider nicht mitsingen bei dem Lied. Wir können in den unterschiedlichsten Konstellationen eine bestimmte Art von Fußball spielen, das ist der Plan. Der Fußball muss konstant bleiben – die Aufstellung kann es nicht, hauptsächlich weil Spieler sich verletzen. Wenn einer ausfällt und wir stehen da und gucken doof und sagen: Wir können nur so spielen, wenn der und der auf dem Platz ist, dann macht das keinen Sinn. Deshalb bin ich sehr happy über die Performance, habe aber nicht das Gefühl, dass es nur in dieser Konstellation geht.“