Politik

Porsche SE erhöht Druck auf VW nach 2,2 Milliarden Euro Verlust

Porsche SE erhöht Druck auf VW nach 2,2 Milliarden Euro Verlust
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Wolfsburg – Jetzt verschärft sich der Streit um den Sparkurs bei Volkswagen. VW-Chef Oliver Blume (58) wollte den Konzern deutlich härter sanieren. Doch sein Plan scheiterte Ende Juni im Aufsichtsrat am Widerstand der Arbeitnehmervertreter und des Landes Niedersachsen. Nun schaltet sich mit der Porsche SE der mächtigste VW-Großaktionär ein und macht Druck auf die Gegner der Einschnitte.

Denn die VW-Krise kostet inzwischen auch den Großaktionär Milliarden. Die Porsche SE machte im ersten Halbjahr 2,2 Milliarden Euro Verlust. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 300 Millionen Euro Gewinn. Hauptgrund: Die Holding schrieb ihre VW-Beteiligung um 3 Milliarden Euro ab, weitere 200 Millionen Euro entfielen auf den Sportwagenbauer Porsche AG.

Pötsch warnt vor historischem Wendepunkt

Volkswagen ist die mit Abstand wichtigste Beteiligung der Porsche SE. Verliert VW an Wert, trifft das die Holding der Familien Porsche und Piëch direkt. Porsche-SE-Chef Hans Dieter Pötsch sagt, Volkswagen stehe an einem historischen Wendepunkt. Und weiter: „Je länger sich die Entscheidungen hinziehen, desto größer werden die Probleme.“

Bis zu 100.000 Jobs betroffen

Dabei geht es um massive Einschnitte. Blume hatte den Abbau von weiteren rund 50.000 Stellen ins Spiel gebracht. Zusammen mit bereits gestrichenen oder angekündigten Stellen könnten so bis zu 100.000 Jobs wegfallen. Auch 4 deutsche Werke standen zur Debatte. Außerdem soll VW in Europa zudem 500.000 Autos pro Jahr weniger bauen. Auch in der Verwaltung soll Personal wegfallen, es soll weniger Modelle und weniger Ausstattungsvarianten geben. Porsche-SE-Finanzchef Johannes Lattwein stellt sich ausdrücklich hinter den VW-Vorstand: „Das Ziel ist Wettbewerbsfähigkeit. Auf dem Weg dahin darf es keine Denkverbote geben.“

Doch wer ist eigentlich die Porsche SE?

Sie ist nicht der Sportwagenbauer Porsche AG, der 911, Cayenne und Macan baut. Die Porsche SE ist die Beteiligungsholding der Familien Porsche und Piëch. Vereinfacht gesagt: Die Familien Porsche und Piëch kontrollieren über die Porsche SE die Mehrheit der Stimmrechte bei Volkswagen. Damit stellen sich die Eigentümer jetzt offen hinter den harten Sparkurs – und erhöhen den Druck auf dessen Gegner.

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