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Seit Aufzeichnungen 1813: Historischer Tiefstand des Rheins bei Köln

Seit Aufzeichnungen 1813: Historischer Tiefstand des Rheins bei Köln
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Köln (NRW) – Negativrekord am Rhein: Am Samstag erreichte der mächtige Strom bei Köln seinen tiefsten Pegelstand seit den historischen Aufzeichnungen. Es wurde ein Pegel von 68 Zentimetern gemessen, das ist ein Zentimeter weniger als beim letzten Rekord im Jahr 2018.

In Duisburg-Ruhort (NRW) sank der Pegelstand des Rheins auf sein bisheriges historisches Tief von 153 Zentimetern, einen neuen Negativrekord gab es zum Glück nicht. So wenig Wasser hat der Rhein seit mehr als 200 Jahren nicht geführt. Die Pegelstände sind seit dem Jahr 1813 dokumentiert.

Pegel sollen wieder steigen

Schlimmer war es wahrscheinlich nur im Mega-Dürrejahr 1540. Damals regnete es Monate nicht, die großen europäischen Ströme wie Rhein, Elbe und Donau waren nur Rinnsale und konnten durchwatet werden.

So schlimm ist es in Köln noch lange nicht. Auch bedeutet ein Pegelstand von 68 Zentimetern nicht, dass der Rhein nur noch diese Wassertiefe hat. Die Pegel wurden als willkürliche Nullpunkte im 19. Jahrhundert bestimmt. In den Fahrrinnen ist es von der Flussoberfläche bis zum Grund meist zwei Meter oder mehr tief. Niedrigwasserphasen sind Experten zufolge nicht ungewöhnlich, treten aber normalerweise erst im Spätsommer und Herbst auf.

Auch sollen die Pegel im Laufe des Tages leicht ansteigen. Nach der Hitze kamen Gewitter, die viel Niederschlag mitgebracht haben. Damit sind die fallenden Pegel vorerst gestoppt.

Milliardenschaden für Wirtschaft

Die Schifffahrt ist nicht gestoppt. Allerdings müssen die Kapitäne wegen des niedrigen Pegels ihre Ladung deutlich reduzieren, um ihren Tiefgang zu verringern.

Das führt zu wirtschaftlichen Einbußen, da der Rhein eine wichtige Wirtschaftsader ist. Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut für Weltwirtschaft, schätzt, dass die niedrigen Pegel das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen könnten. „Man kann den Wertschöpfungsausfall grob auf 1 bis 2 Milliarden Euro im dritten Quartal beziffern“, so der Ökonom.

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