Nashville (USA) – Ihr Leben sollte längst beendet sein. Durch zwei Giftspritzen, die kein Mensch zuvor überlebt hatte. Doch die verurteilte Mörderin Christa Pike, die im Alter von nur 18 Jahren eine junge Frau zu Tode folterte und ihr ein Pentagramm in die Brust ritzte, atmete noch immer. Ihr kaltes Herz schlug einfach weiter.
Nach der gescheiterten Todesstrafe im US-Bundesstaat Tennessee erklärten ihre Anwälte am Freitag in Gerichtsunterlagen, dass die mittlerweile 50-Jährige bewusstlos im Krankenhaus liege und beatmet werden müsse. Zuvor war ihr Zustand lediglich als kritisch bekannt.
Ärzte versuchen, Gift aus ihrem Körper zu holen
Mehr noch: Ärzte würden versuchen, das verabreichte Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen und so ihr Leben zu retten. Pike hatte am Mittwoch zwei Dosen des Medikaments erhalten und überlebt. Laut den Gerichtsakten geht das Team von Juristen davon aus, dass Probleme mit den Infusionsschläuchen dazu führten, dass das Gift ins umliegende Gewebe statt in ihre Venen floss. „Mindestens sieben Nadeln wurden allein in ihren linken Arm gestochen“, sagte Anwalt Randy Spivey, der bei der versuchten Exekution anwesend war.
Dabei hatte die Mörderin selbst eine ganz andere Vorstellung von ihrem Tod: Sie wollte durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden, das ausschließlich aus Frauen besteht. Im vergangenen Jahr beantragte sie ausdrücklich, dass nur weibliche Beamte ihre Strafe vollstrecken. Zur Begründung sagte sie, Männer hätten sie früher missbraucht. Sie wolle deshalb nicht von einem Mann auf einer Liege fixiert und berührt werden. Im Jahr 1995 war sie es allerdings selbst, die eine Frau zusammen mit zwei Freunden festhielt, misshandelte und schließlich umbrachte.
Henker verpfuschte bereits im Mai Hinrichtung
Es war nicht das erste Mal, dass der verantwortliche Vollstreckungsbeamte für die Hinrichtung von Christa Pike versagt hatte. Bereits am 21. Mai hatte der Arzt bei dem zum Tode verurteilten Dreifach-Mörder Tony Carruthers Schwierigkeiten, eine Vene zu finden, um die Todesspritze zu verabreichen, berichtet das People-Magazin. Über eine Stunde dauerte die Prozedur, bis schließlich die Exekution abgebrochen und verschoben wurde.
Ein medizinischer Gutachter kritisierte später, dass der Arzt ganz offensichtlich nach eigener Aussage seit 2013 keinen Venenkatheter mehr gelegt hatte – und davor nur etwa ein Dutzend Mal. Ganz offensichtlich fehlte ihm die Praxis, den Schlauch mit dem Zugang in das Blutgefäß einzuführen.
Papst versuchte, Hinrichtung zu stoppen
Offenbar wurde der Wunsch nach weiblichen Henkern Christa Pike sogar erfüllt: Ihr Anwalt sagte, er habe im Hinrichtungsraum nur Frauen im Team gesehen. Da Tennessee das Erschießen als Form der Todesstrafe nicht vorsieht, wurde schließlich die Giftspritze angewendet.
Zahlreiche Organisationen, ihre Anwälte und sogar Papst Leo XIV. sollen versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern. Wie die italienische Zeitung „La Repubblica“ berichtet, habe der Vatikan, der die Todesstrafe ablehnt, die Behörden in den USA um Gnade gebeten, jedoch keine Antwort erhalten. Unklar ist, ob der 50-Jährigen erneut die Hinrichtung droht, falls sie sich erholen sollte.