Hauptnachrichten

Bahnhof Freiburg: Ein Mann wollte meinem Sohn (14) das Auge ausreißen

Bahnhof Freiburg: Ein Mann wollte meinem Sohn (14) das Auge ausreißen
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Freiburg (Baden-Württemberg) – Es sollte ein entspanntes Vater-Sohn-Wochenende beim Angeln werden. Doch der Ausflug von Roland H. (54) und Leon war vorbei, bevor er überhaupt begonnen hatte. Denn auf dem Weg zu seinem Vater wurde der 14-Jährige am Bahnhof Opfer einer brutalen Attacke. Aus dem Nichts schlug ein Angreifer den Jugendlichen mit der Faust nieder, versuchte, das Auge herauszureißen, und brüllte: „Ich bringe dich um!“

Es war der 9. September. Leon war gerade aus dem Zug von Heilbronn nach Freiburg (Baden-Württemberg) gestiegen und wartete auf einer Treppe am Bahnhof auf seinen Vater, der ihn abholen wollte. Dann ging alles ganz schnell: Der 14-Jährige verspürte plötzlich einen Faustschlag im Gesicht. Durch die Wucht schlug er mit dem Kopf auf einer Steinstufe auf und war völlig benommen. Der Angreifer soll sich dann über ihn gebeugt und versucht haben, das Auge des Jungen herauszureißen.

Cafébesitzer rettet Jungen vor dem Angreifer

Dass dieser Versuch scheiterte, ist Cafébetreiber Pino R. (46) zu verdanken. Der Gastronom sah die Attacke und griff ein. „Ich habe den Jungen an der Treppe sitzen sehen. In dem Moment sehe und höre ich, wie der Täter auf den Jungen zuläuft und schreit: Ich bringe dich um“, berichtet Pino R. gegenüber BILD. Und fügt hinzu: „Dann hat der Mann nach dem Auge des Jungen gegriffen und gedroht, ihm den Augapfel herauszureißen. Da bin ich auf den Angreifer gesprungen und habe ihn heruntergezogen.“ Erst in diesem Moment sah der Caféchef, dass der Täter ein Teppichmesser bei sich trug. Pino R. rief seine Mitarbeiter zu Hilfe und alarmierte die Polizei.

Kurz darauf traf auch Vater Roland H. ein, fand seinen verletzten Sohn auf der Treppe vor. Der 14-Jährige kam ins Krankenhaus. Laut seinem Vater stellten die Ärzte unter anderem eine Kieferprellung, Schwindel, Übelkeit und Augenverletzungen fest. Besonders die Attacke gegen das Auge macht Roland H. fassungslos. „Gott sei Dank hat er beim Griff Richtung Auge danebengegriffen.“

Polizei findet Teppichmesser und Pfefferspray

Auf BILD‑Anfrage bestätigte die Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein, dass gegen einen 41-jährigen Mann aus Äthiopien wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt wird. Bei der Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte Pfefferspray und ein Teppichmesser in der Hosentasche des Mannes. Der Tatverdächtige soll den Polizisten gesagt haben, er habe den Jungen verwechselt. Der Angreifer ist wieder auf freiem Fuß.

„Mein Sohn ist traumatisiert“

Seit dem Vorfall habe Leon Schmerzen und müsse Schmerztabletten nehmen. Vor allem psychisch gehe es ihm schlecht. Der 14-Jährige ist inzwischen in psychiatrischer Behandlung. „Er ist jetzt sehr in sich gekehrt und hat gesagt, er wird nie wieder Zug fahren“, erzählt sein Vater. Besonders schlimm: „Seit dem Angriff wacht er jede Nacht auf und schreit.“ Sein Vater sagt: „Ich bin Pino so dankbar. Er hat meinem Sohn das Leben gerettet.“

Vielleicht verpasst