Politik

Historisches Debakel! Um 00.04 Uhr flog die CDU endgültig aus dem Landtag

Historisches Debakel! Um 00.04 Uhr flog die CDU endgültig aus dem Landtag
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Historischer Wahl-Knall in der Bundeshauptstadt und an der Küste im Nordosten der Republik! Die CDU rutscht unter die Fünf-Prozent-Hürde in Mecklenburg-Vorpommern, fliegt hochkant aus dem Landtag – zum ersten Mal in ihrer Geschichte. Um 00.04 Uhr stand das vorläufige amtliche Endergebnis fest. Und in Berlin triumphiert die Linke, löst die CDU klar als stärkste Partei ab. Jetzt wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). Was sind die Gründe für das historische Wahldebakel?

Die massive Unzufriedenheit mit der Bundesregierung hat die Meck-Pomm-CDU mitgerissen, sagte INSA-Chef Hermann Binkert (61) gegenüber BILD: „Der Negativtrend der Bundes-CDU schlägt voll durch – ausgelöst durch die Unzufriedenheit mit der CDU-Politik und Kanzler Friedrich Merz.“ Hinzu kommt: Der Wahlkampf im Norden spitzte sich auf ein Duell zu – SPD‑Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52) gegen die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (56). Die Union? Fiel hinten runter.

Politikwissenschaftler Benjamin Höhne (47, TU Chemnitz) zu BILD: „Schwesig ging mit ihrem Ministerpräsidenten-Bonus ins Rennen, sie wollte so eine starke AfD verhindern. Dabei zog sie Stimmen aus anderen politischen Lagern, unter anderem von der CDU.“ Und: CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) konnte nicht überzeugen, so Höhne.

Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von Desaster

Folge: In Meck-Pomm ist die AfD stärkste Kraft (38,2 Prozent, +21,5 Punkte), in Berlin räumte die Linke ab (25,7 Prozent, +13,4). Bei beiden Wahlen geben die Wähler den extremen Rändern die meisten Stimmen. Für Meinungsforscher Binkert ist damit klar: „Die Mitte macht den Abgang. Denn in Mecklenburg-Vorpommern gilt: Die SPD hat durch ihren Zweikampf mit der AfD die Grünen und die CDU marginalisiert. In Berlin gilt: Die Linkspartei hat mit ihrem stark polarisierenden Wahlkampf Grüne und SPD geschwächt und sich damit den Sieg gesichert.“

Das hat auch Konsequenzen für den Bund: In einer ersten Reaktion sprach Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz (70) von einem schwierigen Ergebnis, einem Desaster. Merz bat die Deutschen darum, nicht alles immer nur schlechtzureden – und übernahm zugleich die Verantwortung. Er stellte klar: „Die Reformen müssen sein.“ Merz will – das war seine zentrale Botschaft – jetzt erst recht weitermachen als Kanzler und auch als Parteivorsitzender der CDU.

Linke triumphiert in Berlin

Bei der Wahl in Berlin erreicht die Linkspartei mit Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) laut vorläufigem amtlichem Endergebnis 25,7 Prozent und kann damit ihr Ergebnis der letzten Wahl mehr als verdoppeln.

Die CDU erreicht mit Kai-Wegner-Nachfolger Stefan Evers (46, CDU) knapp 18,8 Prozent, landet damit nur noch auf Platz 2 (-9,5). Die AfD kann hingegen in Berlin ihr Wahlergebnis deutlich steigern, landet bei 16,3 Prozent (+7,2). Und die SPD erreicht 12,1 Prozent und verliert damit deutlich (-6,3). Auch die Grünen verlieren. Sie erreichen 14,3 Prozent (-4,1). Das BSW scheiterte knapp an der 5-Prozent-Hürde (4,7 Prozent), die FDP blieb klar darunter.

Wahlentscheidend waren vor allem drei große Themen: bezahlbare Mieten und Enteignung, Sicherheit sowie die zunehmende Vermüllung der Stadt. Meinungsforscher Klaus Peter Schöppner (77) sieht deshalb viele Parallelen zur Wahl in New York. Dort wurde der linke Demokrat Zohran Mamdani (34) mit dem Wahlkampf „Klein gegen Groß“ im Herbst 2025 zum Bürgermeister gewählt. Schöppner: „Das ‚Mamdani-Momentum‘ der linken Spitzenkandidatin Eralp kann ausgerechnet der Hauptstadt zu einer knallrot-rot-grünen Regierung verhelfen.“

Das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern siegte am Ende die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (38,2 Prozent, +21,5 Prozentpunkte) vor der SPD mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (35,5 Prozent, -4,1). Aber: Schwesig kann Regierungschefin bleiben und mit Linken (6,5 Prozent, -3,4) und Grünen (5,7 Prozent, -0,6) regieren, da neben der CDU (4,9 Prozent, -8,4) auch das BSW (4,8 Prozent) und die FDP (1,0 Prozent) den Einzug in den Landtag verpassten.

Wahlentscheidend waren in Mecklenburg-Vorpommern die Kandidaten: Schwesig inszenierte sich als „Frau gegen Blau“. AfD-Mann Holm setzte auf knallharte Töne in der Migrationspolitik. Meinungsforscher Schöppner sieht einen klaren Trend: „Was kann man von Schwesig lernen? Dass das geht: nahbare Kümmerin und harte Interessenvertreterin ihrer Wähler nach außen.“

Vielleicht verpasst