Mannheim – Kommunalpolitik zum Anfassen: Julien Ferrat (35) will eine Gruppensex-Party im Mannheimer Rathaus veranstalten. In einer Mitteilung erklärt der Ex-Linken-Politiker, der Gemeinderat sei für eine solche Veranstaltung geradezu ideal: „Das Rathaus ist zentral gelegen.“ Bei einem Verbot der Veranstaltung kündigt er an, „bis vor das Bundesverfassungsgericht“ zu ziehen.
Außerdem gebe es keine Hausordnung oder kommunale Satzung, die Swinger-Partys dort ausdrücklich verbiete. Die Aktion versteht Ferrat nach eigenen Angaben als Wirtschaftsförderung. Ein „FKK-Swinger-Paradies“ könne Mannheim jährlich Millionen-Einnahmen bescheren, argumentiert er. Mit der Party wolle er dieser Forderung Nachdruck verleihen.
Ferrat zog 2014 erstmals für die Linke in den Mannheimer Stadtrat ein, wechselte später zur „Familienpartei“. Mittlerweile ist er bei der Kleinpartei „Die Mannheimer“. Bereits im vergangenen Sommer lud er zu einer „politischen Bildungsfahrt“ in den französischen Küstenort Cap d’Agde ein, eines der bekanntesten Swinger-Zentren Europas. Im Anschluss an die Reise sagte Ferrat zu BILD: „Die meisten Vorträge fanden am FKK-Strand statt, konkret am Schweinchenstrand, wo ,Sex on the Beach‘ wörtlich genommen wird.“
Rappte Schmäh-Lied gegen Bürgermeister
Bundesweit bekannt wurde Ferrat für frauenfeindliche Rap-Videos, für die er vom Gemeinderat sogar offiziell gerügt wurde. Für einen anschließenden „Diss-Track“ gegen den Mannheimer SPD-Oberbürgermeister Peter Kurz (63) musste Ferrat Sozialstunden in einem Altersheim ableisten. Im „Stern“ begründete der damalige „Familienpartei“-Politiker das Lied „Rathaus, Nutten, Gang Bang“ mit einem „Dissens“ mit dem Bürgermeister. Mittlerweile sind seine Songs und Musikvideos gelöscht.
Ansonsten fordert der Politiker niedrigere Mieten, mehr Sicherheit und eine gute Gesundheitsversorgung. Unter dem Motto „Völlige Transparenz“ warb er einst mit einem Nackt-Foto für seine politische Arbeit und veranstaltete Nackt-Sprechstunden.