München – Um 12 Uhr wurde das Oktoberfest mit dem Anstich im Schottenhammelzelt in München eröffnet. Zwei Schläge brauchte der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (36, Grüne). Um 15.45 Uhr dann der erste alkoholbedingte Notfall.
Ein 19-jähriger Wiesnbesucher hatte offenbar mehr zu sich genommen, als ihm guttat. „Freunde riefen den Rettungsdienst, weil er nicht mehr in der Lage war, zu stehen oder Herr seiner Sinne war“, so Julian Tanzer von der Aicher Ambulanz Union, die die Sanitätsbetreuung auf dem Oktoberfest übernimmt. Noch vor Ort wurde dem jungen Mann eine Infusion gelegt. Auf einer Trage ging es dann zur Sanitätsstation.
Kleines Krankenhaus auf der Wiesn
Dort wurde er gründlich untersucht, um Vorerkrankungen auszuschließen. „Es ist gar nicht so selten, dass sich scheinbare Alkoholausfälle als ernsthafte Erkrankungen herausstellen. Wir hatten auch schon scheinbar betrunkene Patienten, die in Wahrheit einen Schlaganfall erlitten hatten“, so Tanzer zu BILD. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat die Station verschiedene Analysegeräte bis zu einem Computertomografen, wie ein kleines Krankenhaus. 430 Einsatzkräfte, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte, arbeiten während des gesamten Oktoberfestes in der Station München. Auf der Wiesn 2025 behandelten sie 7158 Personen, 40 Prozent haben dabei zu tief in die Maß geschaut.
Bei dem 19-Jährigen war es dann doch der Alkohol. „Laut seinen Freunden hat er eine ganze Flasche Wodka getrunken“, erklärt Tanzer auf BILD‑Nachfrage. „Er wird noch eine Zeit bei uns verweilen“, so Tanzer. Unter medizinischer Überwachung soll er seinen Rausch ausschlafen, zur Unterstützung erhält er eine Infusion.