Hauptnachrichten

Welttag der Dankbarkeit: 11 Menschen sagen Danke

Welttag der Dankbarkeit: 11 Menschen sagen Danke
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Es ist ein kleines Wort, aber manchmal bedeutet es die Welt: Danke. Es ist der Ausdruck von Wertschätzung – manchmal für alltägliche Dinge, manchmal für einen Lebensretter oder den starken Partner an seiner Seite.

Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage sagen 72 Prozent der Deutschen, sie seien glücklich. Wichtigster Faktor ist dabei nicht etwa Geld, sondern das Gefühl, geliebt oder wertgeschätzt zu werden. 40 Prozent nennen genau das. Am Montag ist der Welttag der Dankbarkeit. Deshalb ließ BILD elf Menschen einmal „Danke“ sagen!

„Danke, liebe Ex!“

Das Leben führt manchmal über holprige Umwege zum Glück. Richard (65) und Rosita (72) Schrepfer aus Regensburg (Bayern) sind als Ehepaar gescheitert. Doch als Freunde sind sie sich heute vermutlich näher als je zuvor.

„Ich bin Dir dankbar für zwei wundervolle Kinder“, sagt Richard zu seiner Ex‑Frau. „Und danke, dass uns ein Rosenkrieg erspart geblieben ist.“ 2005 endete die Liebe, das Paar trennte sich. Die ehemalige Zahnarzthelferin: „Ich kam hinter seine zweijährige Affäre mit einer deutlich jüngeren Geliebten. Danach ging es nicht mehr. Wäre es ein One-Night-Stand gewesen, wäre ich darüber hinweggekommen.“ Doch die beiden blieben vernünftig, schon wegen der beiden damals noch kleinen Söhne Timo (9) und Julian (11). „Ich zog aus, aber wir hielten Kontakt, gingen ab und zu als Familie essen.“

Richard und Rosita haben beide neue Beziehungen – und verstehen sich mit den neuen Partnern bestens.

„Danke für den Halt nach dem Tod meines Sohns“

Zum ersten Mal persönlich trafen sich Janine Walter (43) aus Neuhaus am Rennweg (Thüringen) und Philipp Bursian (38) aus Weimar am 19. Juli. Zuvor hatten sie drei Monate telefoniert – Philipp vom Verein „Straßenkreuze e. V.“ und Janine, die trauernde Mutter eines Unfallopfers. Dort, an der einsamen Landstraße zwischen Heubach und Schnett, steht eine Gedenktafel, geschmückt mit einem Foto und dem Namen „Erik Walter“. Erik war Janines Sohn. In der Nacht zu Ostersamstag 2023 kam er mit seinem Moped von der Straße ab, prallte gegen eine Baumgruppe.

Erst am nächsten Vormittag fand ihn eine Autofahrerin leblos auf der Straße liegen. Jede Hilfe kam für den erst 19-Jährigen damals zu spät. „Meine Trauer ist seither ungebrochen und ich brauche mentale Hilfe“, sagt sie. „Über meine Schwester lernte ich Philipp kennen – einen warmherzigen, verständnisvollen Zuhörer. Wenn ich Probleme bei der Trauerbewältigung habe, kann ich jederzeit zum Telefonhörer greifen und ihn anrufen oder treffen. Er hat immer Zeit für mich und meine Sorgen.“

An der Unfallstelle entstand mit beiden ein Video. „Das ist dank Philipp und seinem Verein in den sozialen Medien um die ganze Welt gegangen – meinem lieben Sohn Erik wurde so ein ewiges Denkmal gesetzt.“ Mama Janine: „Dafür und für Philipps Zuhören möchte ich ihm von tiefstem Herzen Danke sagen – und für die Zusage, dass wir weiter verbunden bleiben.“

„Danke, dass Du immer an mich glaubst“

Manchmal reicht ein Mensch, der sagt: „Ich glaube an Dich.“ Für den kleinen Ali (9) war sein selbstgemaltes Bild etwas ganz Besonderes. Doch in der Schule wurde er dafür von den anderen Kindern gemobbt. Sie nannten sein Kunstwerk hässlich. Ali war tief traurig. Sein Cousin Batu (24) konnte das nicht ertragen. „Es brach mir das Herz, als er mir davon erzählte“, sagt er.

Für Batu war sofort klar: Er wollte Ali zeigen, dass sein Bild etwas wert ist. Also schmiedete er einen ganz besonderen Plan. Gemeinsam fuhren die beiden ins Dortmunder „U“, ins Museum Ostwall. Dort bekam Alis Bild einen Platz.

Ali strahlte vor Stolz übers ganze Gesicht. „Danke, Batu, dass Du mir geholfen hast, damit ich nicht mehr traurig bin. Du fandest mein Bild schön und wolltest, dass es alle sehen. Jetzt ist mir auch egal, was meine Klassenkameraden sagen. Du bist mein Vorbild. Ich will so werden wie Du, wenn ich groß bin.“

„Danke, dass Du mich vor dem Ertrinken gerettet hast“

Andy Hüttner (66) hätte die vergangenen drei Jahrzehnte vermutlich nicht mehr erlebt, wenn es Michael Kircher (65) nicht gäbe. Im Jahr 1995 flog Andy mit seiner Freundin in den Urlaub nach Bodrum (Türkei), schwamm aufs Meer hinaus. Plötzlich bekam der gelernte Schreiner einen Wadenkrampf. Er erinnert sich: „Ich hatte Todesangst, konnte mich kaum noch über Wasser halten. Immer wieder schwappten Wellen über mich.“

Der junge Heilbronner begann, mit den Armen zu wedeln und um Hilfe zu schreien, sobald sein Kopf wieder über Wasser war. Zum Glück hörte Urlauber Michael Kircher die panischen Schreie. Der Automobilkaufmann: „Es war Frühling, außer uns beiden war niemand im Wasser. Ich schwamm circa 30 Meter zu dem Mann hin, hakte mich unter seinen Achseln ein. Dann zog ich ihn rückwärts schwimmend an Land.“ Der Held zu BILD: „Zufällig hatte ich bei der DLRG einen Kurs im Rettungsschwimmen belegt. So wusste ich, was zu tun ist.“

Den restlichen Urlaub verbrachten Andy und Michael gemeinsam. Bis heute halten sie Kontakt. Und Andy sagt zu Micha – nicht nur dieses Jahr: „Danke, dass Du mich damals vor dem Ertrinken gerettet hast.“

„Danke, dass Du mich aufgenommen hast“

Sandy (34, l.) und Nele (18) sind Cousinen aus Erfurt. Nele ist Sandy sehr dankbar, da sie sie mit 15 zu Hause aufnahm und die Vormundschaft übernahm, nachdem Neles Mutter vom alkoholsüchtigen Vater abgehauen war.

Nele: „Meine Mama ist abgehauen und hat mich alleine gelassen mit meinem Vater. Mein Vater ist viel ausgerastet und ist Alkoholiker, ein Narzisst. Sandy hat mich aufgenommen mit 15, das ging dann alles vor Gericht, sie hat die Vormundschaft übernommen.“

Sandy: „Für mich war das selbstverständlich, das ist Familie. Ich habe gesehen, wie sich das mit ihrem Vater entwickelt, wir waren uns schon immer nah gewesen. Wir wissen nicht, wo meine Tante, Neles Mutter, ist.“

Nele: „Meine Eltern hatten sich getrennt und Mutter hat uns für einen anderen Typen verlassen, ist Hals über Kopf abgehauen. Es fühlt sich jetzt sehr gut an. Ich fühle mich frei und habe endlich jemanden, der mich versteht. Ich habe auch mit Sandys Hilfe einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel gefunden. Ich bin ihr unglaublich dankbar, ich wäre sonst in irgendeiner Wohngruppe gelandet.“

„Danke, dass Du immer eine Antwort für mich hast“

Rechtsanwalt Olaf Dziallas (53) lebt mit seinen beiden Söhnen in Friedrichsdorf (Hessen). Lukas (12): „Danke, Papa, dass Du immer eine Antwort für mich hast. Auch wenn es ChatGPT gibt und man dort fast alles fragen kann, frage ich lieber Dich. Du kennst mich einfach und weißt oft schon, was ich meine, bevor ich es richtig erklären kann.“

Mit Papa kann er über alles reden: „Über wichtige Sachen, Quatsch und alles, was mich interessiert. Und Du hast immer eine Antwort. Danke, dass Du immer für mich da bist, Papa.“

„Danke, dass du mir das Leben gerettet hast“

Vor sieben Jahren lernten sich Margitta Fetzer (59) und Jürgen Kornmann (64) online kennen und lieben. Heute lebt das Paar glücklich verliebt wie am ersten Tag zusammen in Neuburg an der Donau (Bayern). „Dabei war es nicht selbstverständlich, dass unser Glück bis heute währt“, sagt Jürgen während einer Rast auf ihrer Rennsteig-Wanderung in Thüringen. Und fügt an: „Ich danke Dir, meine Lebensretterin.“

Denn vor einem Jahr blieb Jürgens Herz eines Morgens einfach stehen: „Es war kurz vor dem Frühstück und ich fiel einfach um. Herztod.“ Margitta war zu Hause, alarmierte unverzüglich den Notruf. Sie erinnert sich: „Ich machte eine Herzdruckmassage, brach Jürgen dabei sogar die Rippen, aber machte einfach weiter.“ Ihr Glück: Im Haus wohnte ein Notarzt, der barfuß und in Jeans bekleidet von der Leitstelle informiert wurde und zur Hilfe eilte. Mit vereinten Kräften gelang nach etwa 10 Minuten die Reanimation. Jürgen: „Ich lag 3 Tage im künstlichen Koma. Es ist ein Wunder, dass ich keine wirklichen Folgeschäden davontrug. Seither genieße ich jeden Tag viel bewusster. Und das verdanke ich nur ihr.“

„Danke, dass du in meiner größten Not da warst“

Wenn Rosemarie Seidl (86) an Frank Hofmann (heute 58) denkt, sieht sie noch immer den kleinen Jungen vor sich, der im Labor des Krankenhauses Bad Liebenstein (Thüringen) mit seinen Indianerfiguren spielte. Seine Mutter war ihre Kollegin, die Freundschaft der Familien überdauerte Jahrzehnte.

Dass ihr dieser Junge eines Tages aus ihrer größten Not helfen würde, hätte Rosemarie nie gedacht: Nach einem Unfall wegen ihrer Multiplen Sklerose musste die Rentnerin ins Pflegeheim. Einem Anwalt vertraute sie damals ihr Erspartes und das Elternhaus an. Was die gutmütige Frau nicht ahnte: Ihr Anwalt war ein Gauner, der das Haus rechtswidrig verkaufte und ihr Konto leerräumte. „Ohne Frank wäre ich damals verloren gewesen“, sagt Rosemarie heute.

Frank übernahm daraufhin die Betreuung seiner alten Freundin, kümmerte sich um Anträge, Sozialhilfe, Behörden, Konten und einen richtigen Anwalt. Und sorgte dafür, dass Rosemarie ihren Heimplatz behalten konnte. Die Hofmanns besuchen sie bis heute regelmäßig im Heim. Rosemarie: „Sie haben mich nie alleine gelassen. Dafür möchte ich von Herzen Danke sagen.“

Übrigens: Der Betrüger-Anwalt sitzt heute in Haft. Das Geld für ihr Elternhaus hat Rosemarie Seidl aber bis heute nicht zurückerhalten.

„Danke, dass du immer mit mir schaukelst“

Zweimal die Woche holt Heidi Röck (72) ihren Urenkel Enno (5) vom Kindergarten ab, verbringt mit ihm den Nachmittag. Zuerst gibt’s Mittagessen. Über seine „Uri“ erzählt Enno: „Am liebsten mag ich ihre Kürbissuppe. Spaghetti, Eintopf und Pfannkuchen mit Nutella kann sie aber auch gut machen.“ Danach schauen die beiden auf dem Segelflugplatz in Kirchheim/Teck den Piloten bei ihren Starts und Landungen zu – oder sie gehen auf den Spielplatz. Vom Schaukeln bekommt Enno praktisch nie genug. Immer wieder schubst Heidi ihren Urenkel an – bis er so hoch fliegt, dass es ihm beim Vorwärtsschwingen im Bauch kribbelt. „Danke, dass du immer mit mir schaukelst“, sagt Enno, wenn seine Füße wieder sicheren Boden berühren.

„Danke, dass Du uns zuhörst“

Erna Schaller (91) aus Nürnberg wohnt in der Seniorenresidenz „Am Schloss Stein“. An diesem besonderen Tag möchte sie einmal ganz herzlich Danke sagen – an Jelena, die irgendwie für alles zuständig ist und für alle da ist. „Ich sage Danke, liebe Jelena. Du bist immer so lieb und nett und hast für mich immer ein offenes Ohr. Du bist für mich da und hilfst, wo Du nur kannst. Wenn ich etwas suche oder etwas brauche, kümmerst Du Dich sofort darum. Auch wenn jemand einmal ungeduldig ist, bleibst Du immer freundlich und geduldig. Dafür möchte ich einfach einmal von Herzen Danke sagen.“ Jelena (33) arbeitet seit 12 Jahren in der Pflege. „Ich habe immer ein offenes Ohr für unsere Bewohner und unsere Senioren. Es ist mir wichtig, für die Menschen da zu sein, ihnen zuzuhören und ihnen zu helfen.“

„Danke, dass Du immer für mich da bist“

Martin (61) aus Nürnberg sitzt seit einigen Jahren aufgrund eines Arbeitsunfalls im Rollstuhl. Heute möchte er einmal ganz herzlich seinem Freund Ivan (49) Danke sagen. „Wir haben uns vor ungefähr fünf Jahren kennengelernt. Seitdem ist Ivan mir immer behilflich und für mich da. Wenn etwas an meinem Rollstuhl nicht funktioniert, repariert er ihn für mich, und er kümmert sich auch darum, dass er sauber ist. Auch bei vielen Heimwerkerarbeiten hilft er mir tatkräftig. Wenn ich ihn anrufe, hat er immer Zeit für mich und hilft, wo er nur kann. Dafür möchte ich Dir, lieber Ivan, einfach einmal von Herzen Danke sagen.“

Vielleicht verpasst