Politik

Mail von Martenstein: Lieber Cem Özdemir, Sie Brückenbauer!

Mail von Martenstein: Lieber Cem Özdemir, Sie Brückenbauer!
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Über eines der vielen deutschen Probleme wird wenig gesprochen. Es sind die Brücken. In Berlin gibt es etwa 900 Brücken. 2025 hieß es, 120 davon seien dringend sanierungsbedürftig.

Jetzt habe ich gelesen, dass sich in der Berliner Brückenkrise endlich was tut: Die Zahl der maroden Berliner Brücken ist auf aktuell 175 gestiegen. Ich kenne Berlin. Bevor eine Brücke nicht einstürzt, passiert da nichts.

Kürzlich war ich in Lübeck. Die Lübecker Innenstadt ist für Fahrzeuge nur noch schwer zu erreichen, seit eine wichtige Brücke nicht mehr befahrbar ist. Dem Einzelhandel dort scheint das gerade den Rest zu geben.

In Bonn wurde die Nordbrücke stadtauswärts wegen Einsturzgefahr gesperrt. Die S-Bahn zum Flughafen kann man in Bonn erst mal vergessen, weil bei der Planung der Bau einer Brücke vergessen wurde – das ist immerhin mal ein neues Brückenproblem und nicht wieder die ewige Einsturzgefahr.

Und dann gibt es ja noch die 8000 sanierungsbedürftigen Autobahn­brücken.

Die gerade erschienene Biografie über Sie, Herr Özdemir, heißt „Brücken bauen“. Sie werden mit dem Satz zitiert: „Mein Spezialgebiet ist Brückenbauen.“

Ich weiß, Sie haben das anders gemeint. Aber könnten Sie nicht mal in Bonn oder Berlin vorbeischauen?

Herzlich,

Ihr Harald Martenstein

Haben Sie eine Meinung zu dieser Kolumne? Hier können Sie Harald Martenstein eine Mail schreiben.

Vielleicht verpasst