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Neue Details zur Drohnenbombe: Jetzt geht es um zwei SIM-Karten und eine Konservendose

Neue Details zur Drohnenbombe: Jetzt geht es um zwei SIM-Karten und eine Konservendose
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Leipzig – Der gefährliche Sprengstoff steckte in einer Konservendose! Mehr als zwei Tage nach dem versuchten Drohnen-Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle gewinnen die Ermittler immer mehr wichtige Erkenntnisse. Nach Informationen unseres BILD-Rechercheteams konnten sie den Aufbau der Sprengvorrichtung inzwischen komplett rekonstruieren.

Aus der handelsüblichen Blechdose sei der ursprüngliche Inhalt entfernt, die Dose dann mit Semtex-Sprengstoff befüllt und wieder vollständig verschlossen worden. In den Dosenboden soll zudem ein Loch gebohrt worden sein, um den Zünder zu montieren.

Vier Stunden unentdeckt neben der Antonow

Neue Erkenntnisse liefern aber auch bisher unbekannte Videoaufzeichnungen vom Flughafen. Sie sollen belegen, dass sich die mit Sprengstoff beladene Drohne bereits seit etwa 19.30 Uhr auf dem Standplatz 213 in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Antonow-Frachtmaschine befunden habe. Sie befand sich dort also bereits mehr als vier Stunden, als sie gegen 23.42 Uhr von einem Busfahrer unter Kontrolle gebracht wurde. Der „Spiegel“ berichtet, dass dieser die Drohne auf niedriger Höhe bemerkt und mit einem Tritt zu Boden gebracht habe.

Weitere Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Technik der Drohne. Nach BILD-Informationen verfügte das Fluggerät über eine Abwurfeinrichtung. Und: Sie war mit zwei SIM-Karten ausgestattet. Die Ermittler prüfen nun, ob diese SIM-Karten für die Steuerung der Drohne und die Auslösung beziehungsweise Steuerung der Abwurftechnik genutzt wurden. Noch im Laufe des heutigen Tages könnte es dazu neue Details geben.

Laut „Spiegel“ beschäftigt die Ermittler zudem ein weiterer Fund an der Antonow-Maschine. Demnach soll auf einer Tragfläche ein Teil der Drohne entdeckt worden sein. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich das mit Sprengstoff beladene Fluggerät zeitweise unmittelbar über dem Flugzeug befand oder mit der Maschine kollidierte. Brisant: In den Tragflächen der Antonow befinden sich die Treibstofftanks. Das Frachtflugzeug soll voll betankt gewesen sein.

Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Der Fall hat inzwischen auch die Bundesanwaltschaft auf den Plan gerufen. Nach dem Fund der mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle übernimmt die Karlsruher Behörde die Ermittlungen. Hintergrund ist die besondere Bedeutung des Falls für die Sicherheit Deutschlands.

Im Raum stehen schwere Vorwürfe, darunter das versuchte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Die Bundesanwaltschaft spricht von einem schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur Deutschlands. Die Tat sei geeignet, die innere und äußere Sicherheit der Bundesrepublik zu gefährden.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete den Fund der mit Sprengstoff bewaffneten Drohne als einen „sehr ernsten, sicherheitsrelevanten Vorfall“. Zudem sprach er von einem möglichen „hybriden Anschlagsszenario“. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden können ähnliche Vorfälle auch künftig nicht ausgeschlossen werden. Zu den Hintergründen der Tat wird jedoch weiterhin ermittelt.

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