Schwerin – Bei einer Demonstration der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland in Schwerin ist der Hamburger Landesvorsitzende der Organisation, Michael Schumann, angegriffen und verletzt worden. Er veröffentlichte ein Video, das ihn mit einer blutenden Platzwunde am Kopf zeigt. Die Polizei bestätigte den Vorfall und ermittelt gegen drei Tatverdächtige.
Die AfD Hamburg machte in einer Mitteilung die linksextreme Antifa für den Übergriff verantwortlich. Zudem kritisierte die Partei, die Polizei habe nicht eingegriffen. Die Beamten bestätigten, dass es zu einem Zwischenfall gekommen sei – allerdings noch vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung, als weitere Teilnehmer auf dem Gelände eintrafen. Schumann musste nach Angaben der AfD im Krankenhaus behandelt werden.
Nach dem Angriff meldete sich Schumann selbst über Social Media zu Wort. In einem Video, das ihn mit blutverschmiertem Gesicht zeigt, sagte er: „Willkommen in Schwerin, das Wetter ist gut, Stimmung ist gut. Antifa aggressiv, wie man sieht. Wir gehen trotzdem zur Demo und ziehen heute durch.“ Dazu schrieb er, rund 30 vermummte Antifa-Anhänger hätten sich 100 Meter vom Schweriner Schloss entfernt aufgehalten. Als er mit Begleitern zum Schloss habe gehen wollen, hätten einige Pfefferspray eingesetzt und seien ihnen hinterhergelaufen. Schumann erhob schwere Vorwürfe gegen die Polizei: „Sicherheitskonzept? Ordnung im eigenen Land? Fehlanzeige!“
Mehr Gegendemonstranten als Teilnehmer
Unter dem Motto „Tag der Deutschen Jugend“ versammelten sich am Samstagnachmittag nach Polizeiangaben rund 420 Anhänger der Generation Deutschland auf dem Alten Garten im Schweriner Stadtzentrum. Ihnen standen etwa 460 Gegendemonstranten gegenüber. Die Gegner der AfD-Jugendorganisation versuchten, die Kundgebung mit lauten Sprechchören zu übertönen. Zäune trennten die beiden Lager voneinander.
Auch der anschließende Aufzug der Generation Deutschland durch die Stadt wurde von Gegendemonstranten gestört. Einige versuchten, die Route mit Sitzblockaden zu blockieren. Die Aktion blieb jedoch erfolglos: Polizei und Veranstalter reagierten mit einer kurzfristigen Änderung des Streckenverlaufs. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Neben Beamten aus Mecklenburg-Vorpommern halfen auch Einsatzkräfte aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen, die Veranstaltung abzusichern.