Washington – Militärischer Pomp, Billionen Dollar auf dem Verhandlungstisch und ein Staatsbankett im Weißen Haus: Donald Trump empfängt Chinas Präsidenten Xi Jinping zum Mega-Gipfel in Washington – als Gegenbesuch, nachdem Trump im Mai drei Tage lang in Peking der rote Teppich ausgerollt worden war. Die USA und China erwirtschaften zusammen über 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und verfügen über die mächtigsten Streitkräfte der Welt. „G2“ statt G7 nennt es Trump. Eine eigene Liga.
Der US-Präsident plant den großen Bahnhof für seinen „guten Freund“, wie er betont. Er will ihn beeindrucken. Trump holt den KP-Chef persönlich am Rollfeld der Joint Base Andrews ab – eine ungewöhnliche Ehre für einen Staatsgast. Man wolle Xi und seine Frau Peng Liyuan (63) „mit größtem Respekt“ empfangen, erklärte First Lady Melania Trump (56).
Der Mega-Gipfel am Donnerstag ist dicht getaktet: Bei einer Zeremonie im Weißen Haus sollen 479 Soldaten aufmarschieren, ein B-2-Bomber und vier F-22-Kampfjets über den Präsidentensitz donnern. Hier ist Trump in seinem Element: Er liebt es, die militärische Macht der USA zur Schau zu stellen. Am Abend wartet dann ein opulentes Staatsbankett. Der Pomp-Plan stößt aber auch auf Kritik: Republikaner-Senator Roger Wicker (75) verweist auf Chinas militärische Aufrüstung, die Unterstützung für den Iran und Pekings autoritäres System.
Harte Verhandlungen werden erwartet
Trotzdem: Im Zentrum stehen die bilateralen Gespräche – es dominieren trotz aller persönlichen Sympathie eiskalte Machtfragen. Als Top-Themen gelten eine Verlängerung des „Handelsfriedens“, Exportkontrollen, Halbleiter sowie der Zugang der USA zu chinesischen kritischen Mineralien. Auch weltpolitische Krisenherde stehen auf der Agenda – vom Iran-Konflikt über den Ukraine-Krieg bis zu Pekings Bedrohung des demokratischen Taiwan.
Große Durchbrüche werden jedoch nicht erwartet. Der Fokus liegt eher auf der Symbolik. Ein Gipfel der Optik! Beim „State Dinner“ wird Amerikas Tech-Elite erwartet: Jeff Bezos (62, Amazon), Elon Musk (55, SpaceX/Tesla), Sundar Pichai (54, Alphabet), Michael Dell (61, Dell), Jensen Huang (63, Nvidia), Sam Altman (41, OpenAI) und Tim Cook (65, Apple). Sie repräsentieren Firmen mit einem kombinierten Börsenwert von über 22 Billionen Dollar – rund fünfmal die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands.
Top-Thema zwischen Hummer und Hühnchen: der Aufstieg der KI, der immer mehr Menschen Angst macht. Trump will hier, koste es, was es wolle, vor China bleiben und schlägt Warnungen weitgehend in den Wind. Zuletzt gab es aber zumindest Hoffnungen, dass sich Washington und Peking auf eine Art „rotes Telefon“ für KI-Krisen einigen könnten – falls die Technologie einmal zum Ernstfall führt.